Chorgründer

Bruder Basilius - Gründer und Spiritus rector

Bruder Basilius Wollscheid wurde am 20. Mai 1930 in Trier geboren. Schon als Kind faszinierte ihn das religiöse Leben und die Musik, doch erst im Alter von 19 Jahren konnte er sich seinen Kindheitstraum vom Erlernen des Klavier- und Orgelspiels erfüllen. Nach nur zwei Jahren Unterricht absolvierte er erfolgreich die Aufnahmeprüfung an der Freiburger Hochschule für Musik. Sein Studium musste Bruder Basilius allerdings 1952 aufgrund einer Sehnenscheidenentzündung abbrechen. Im September 1953 dann erfolgte der Eintritt in den Orden der Barmherzigen Brüder von Maria Hilf, wo er während seines Noviziats die große Organisten- und Chorleiterprüfung beim damaligen Trierer Domkapellmeister Dr. Paul Schuh ablegte.

 

Neun Jahre später – 1962 – gründete Bruder Basilius die „Trierer Sängerknaben – Chorknaben der Barmherzigen Brüder von Maria Hilf“ und damit den ältesten noch heute bestehenden Konzertchor in Trier. Unter seiner über 40-jährigen musikalischen Leitung führte er den Chor zu Tourneen nach Frankreich, England, Italien und in die Schweiz. Dazu kamen mehr als ein Dutzend Tonträgereinspielungen unter seiner Regie, die Einstudierung verschiedener Knabenpartien in Opern für das Stadttheater Trier [gleich mehrfach die Rollen der „3 Knaben“ in der „Zauberflöte“]. Stets allerdings sah Bruder Basilius die wichtigste Aufgabe des Chores in der musikalischen Gestaltung der Gottesdienste in der Krankenhauskirche des Brüderkrankenhauses in Trier.

 

Musikalisch sah sich Bruder Basilius naturgemäß in erster Linie mit der geistlichen a cappella-Literatur verbunden, wobei er sich mit besonderer Vorliebe den Kompositionen Palestrinas und Bachs sowie der Chormusik des 19. Jahrhunderts widmete. In den traditionellen Weihnachtskonzerten legte er stets Wert darauf, dass neben den „Klassikern“ auch immer wieder Neuentdeckungen oder selten gespielte Werke das Kernrepertoire erweiterten. So gehörte Bruder Basilius in den 80er-Jahren zu den ersten, die sich in Trier und Umgebung intensiv mit den Psalm-Vertonungen Mendelssohns beschäftigten. Und schon 2004 – also einige Jahre vor Einsetzen der „Homilius-Renaissance“ - setzte er dessen Weihnachtsoratorium „Die Freude der Hirten über die Geburt Jesu“ auf das Programm.

 

Als Leiter der Trierer Sängerknaben bildete Bruder Basilius, der 2005 mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet wurde, mehr als 600 Jungen musikalisch aus; einige von ihnen haben die Musik, zum Beispiel als erfolgreiche Opernsänger, zu ihrem Beruf gemacht. Es war sein großes menschliches Talent, junge Menschen immer wieder zu motivieren, den Weg des Anspruchsvollen, aber häufig Mühsamen mitzugehen, auch wenn so manchem jungen Sänger in seiner Entwicklung eine leichte Alternative nur allzu verlockend erschienen ist.

 

So schrieb der Trierische Volksfreund vor einigen Jahren: „Der Spiritus rector ist als Chorregent wie als Pädagoge nicht nur ein strenger Methodiker, der keine Halbheiten kennt, er ist auch ein Musiker mit Herzblut und ein väterlicher Freund seiner Jungen in allen außermusikalischen Bereichen. Vielleicht liegt in alledem das Geheimnis des Erfolges.“